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Spaziergang in ein Leben mit der Natur

May 20, 2012

Aufmerksam umher schauend, gehen wir auf staubigem Pfad durch den trockenen Busch. Plötzlich bückt sich einer unserer Führer, kniet sich hin und beginnt mit seinem Grabstock die Erde aufzuwerfen. Neugierig bleiben wir stehen. Zu sehen ist nichts als ein armseliger, vertrockneter Pflanzenstrunk. Doch schon Sekunden später reicht man uns ein Stück von einer Wurzel und bedeutet uns, darauf zu kauen. Misstrauisch riechen wir erst einmal daran und knabbern dann vorsichtig ein Stück ab… Hmm! Schmeckt leicht nach Nuss, ist feucht und erfrischend.

Auf einem Spaziergang den Busch der Kalahari im Osten Namibias zu erkunden, ist ein eindrucksvolles Erlebnis – vor allem in Gesellschaft einiger Naro San (Buschleute), die einem das Leben mit und in der Natur näher bringen. Die Zelda Gästefarm, fast 300 km östlich von Windhoek an der Straße nach Botswana gelegen, bietet so genannte ‘Bushman Walks’ an. Die als Führer agierenden San leben in einem traditionellen Dorf auf der Farm und verdienen sich mit den etwa 60-minütigen Touren etwas Geld. Zugleich gewinnt das Wissen ihrer Vorfahren um die Geheimnisse der Natur auf neue Weise an Wert und wird so vor dem schleichenden Vergessen bewahrt.

Kortman Saubek, das Oberhaupt des kleinen Dorfes, sowie zwei junge Männer und zwei Frauen lehren uns auf dem ‘Bushman Walk’ das Einmaleins des Busches. Da wir die mit Schnalzlauten durchsetzte Sprache nicht verstehen, begleitet uns Gästefarm-Managerin Bianca van Niekerk. “Dies ist die Spur und die Losung eines Steinböckchens”, übersetzt sie. Eine der Frauen gräbt ein Straußenei aus, das als Wasserbehälter dient. Die Öffnung durch quellendes Gras versiegelt und im Boden deponiert, hält es das Wasser über Monate oder gar Jahre frisch. Hier eine Wurzel, deren Saft Leder geschmeidig macht, dort eine Knolle mit wohlriechender Flüssigkeit, die die Männer auftragen, wenn sie eine Frau erobern wollen – der Busch als Supermarkt. Am Ende der Zeit mit erhöhter Regenwahrscheinlichkeit, also März/April, ist der Spaziergang noch eindrucksvoller, weil dann viele Beeren und Schoten zu finden sind, nicht zu vergessen die Tsamma, eine melonenartige Frucht, die in der Kalahari wächst…

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