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Gewildertes Nashorn lässt Alarmglocken schrillen

June 17, 2013

Die Wilderei im privaten Naturschutzgebiet im Erongo bei Omaruru hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Nachdem dort vor acht Tagen der Kadaver eines Spitzmaul-Nashorns gefunden wurde, arbeiten Naturschutzbeamte und Mitglieder des Naturschutzgebietes im Erongo an einer Lösung des Problems.

Das gewilderte Spitzmaul-Nashorn auf Farm Okapekaha bei Omaruru (siehe Bericht vom vergangenen Dienstag) bildet nur die Spitze des Eisbergs: Beim Durchkämmen der Farm wurden Dutzende Tierkadaver gefunden, genauer: 37 Zebras, 19 Oryx- und drei Eland-Antilopen, ein Weißschwanz-Gnu und ein Strauß. Das bestätigte der Eigentümer der von der Farm engagierten Sicherheitsfirma, Poena Johnson, gegenüber Bush Telegraph Namibia. “Außerdem haben wir rund 70 Drahtschlingen entdeckt – und das, nachdem wir Anfang Mai bereits rund 100 Schlingen entfernt hatten.”

Am Freitagmorgen stießen Männer von Johnson und vom Erongo Mountains Rhino Sanctuary Trust (EMRST) auf die Spuren von drei Wilderern. “Eine davon konnten wir bis zu einem Haus im Vorort von Omaruru verfolgen”, schilderte Johnson. “Wir alarmierten die Polizei; verhaftet wurde jedoch zunächst niemand.” Mittlerweile haben Beamte der Anti-Wilderer-Einheit vom Ministerium für Umwelt und Tourismus (MUT) die Ermittlungen auf Okapekaha übernommen.

Farmbesitzerin Manda Lang zufolge war auf Okapekaha rund 100 mm mehr Regen gefallen als im übrigen Gebiet des Erongo Mountains Nature Sanctuary, zu dem die Farm und der EMRST gehören. Die Weide ziehe daher viel Wild an. Zudem habe die Wilderei deutlich zugenommen, seit ihr Mann Adrian kurz nach Ostern zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, weil er 2010 einen Wilderer erschossen hatte.

Die Wilderei wird offenbar nicht von Einzelpersonen aus Hunger, sondern von “professionellen” Wilderern als Geschäft betrieben. Das erklärte EMRST-Vorsitzender Kai-Uwe Denker im Gespräch mit Bush Telegraph Namibia. “Das Fleisch wird in Omaruru verkauft. Bei einem Wilderer, den wir vor rund zwei Wochen gefasst hatten, riefen während der Befragung mehrmals Leute an, die sich nach den Preisen für Wildfleisch erkundigen wollten.”

Damit bestätigen sich erste Vermutungen, dass das Spitzmaul-Nashorn nicht gezielt wegen seines Nasenhorns gewildert worden war. “Wir nehmen diesen Vorfall jedoch sehr ernst und verstehen ihn als Weckruf für viel schlimmere Entwicklungen, die uns noch bevorstehen könnten”, sagte Kai-Uwe Denker mit Hinweis auf die Lage der hochprofessionell betriebenen Nashorn-Wilderei in Südafrika. “Wir haben sofort per Hubschrauber nochmal die genaue Position aller Nashörner in unserem Gebiet festgestellt.”

Zudem hat EMRST für heute abend eine Sondersitzung angesetzt. “In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Umweltministerium streben wir eine umfassende Lösung des Problems an”, sagte Denker. Im Gebiet der EMRST sind 2008 im Rahmen des Patenschafts-Programms des Umweltministeriums wieder Spitzmaul-Nashörner ausgesetzt worden, nachdem die letzten Vertreter dieser Art im Erongo 1974 gefangen worden und in den Etosha Nationalpark umgesiedelt worden waren.

Aktuelle Nachrichten aus Namibia per Livestream auf Hitradio Namibia.

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