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Wanderstrecke im Fischfluss Canyon gesperrt / Fish River Canyon Hiking Trail Closed

Fish River, Fischfluss, Canyon, Namibia, Hiker's Point

Nicht ‘Start’, sondern ‘Stopp’ heißt es in diesem Jahr am Hiker’s Point am Fischfluss Canyon in Namibia. / ‘Stopp’ instead of ‘start’ is the message this year at Hiker’s Point at the Fish River Canyon in Namibia.  Foto/Photo: Sven-Eric Stender

[English summary: The famous hiking trail through the Fish River Canyon in Namibia’s south will not be opened this season (1 May to 15 September). There is not enough water in the Canyon between the starting point near Hobas and Ai Ais, the Ministry of Environment and Tourism confirmed on request by Bush Telegraph Namibia. Without water it is impossible to manage the 85 km (5 to 6 days) long hike.]

Der Fischfluss Canyon im Süden Namibias soll dieses Jahr nicht für Wanderungen geöffnet werden. Das hat das Ministerium für Umwelt und Tourismus in Windhoek heute auf Nachfrage von Bush Telegraph Namibia bestätigt. Auf der 85 Kilometer langen Wanderstrecke im Canyon zwischen dem Einstieg bei Hobas und dem Zielpunkt Ai Ais gebe es nicht genügend Wasser.

Man habe bis zum 15. April abgewartet, ob nicht doch noch Regen fällt und der Fischfluss fließt, so das Ministerium, aber dies sei nicht der Fall gewesen. Man bereite zurzeit eine offizielle Mitteilung vor. Ohne Wasser in den Kolken des Canyons lässt sich die fünf bis sechs Tage lange Wanderung nicht bewältigen.

Wanderfreunde, die ihre Tour bereits gebucht und bezahlt haben, erhalten ihr Geld zurück. Das teilte das staatliche Unternehmen Namibia Wildlife Resorts (NWR) auf Nachfrage mit. Alternativ könne man seine Wanderung auch auf einen neuen Termin im kommenden Jahr umbuchen. Allerdings warte NWR noch auf die offizielle Anweisung des Ministeriums, dass der so genannte ‘Fish River Canyon Hike’ dieses Jahr nicht freigegeben wird.

Die Wandertouren müssen bei NWR gebucht werden. Um einen Massenandrang zu verhindern, dürfen pro Tag maximal 30 Personen in den Canyon hinabsteigen. Viele Termine sind daher schon Monate im Voraus ausgebucht. Aufgrund der hohen Temperaturen während des Sommers und der Flutgefahr während der Regenmonate ist die jährliche Wandersaison auf die Zeit vom 1. Mai bis 15. September beschränkt. Im Schnitt durchwandern jedes Jahr rund 3.500 Menschen den zweitgrößten Canyon der Welt.

Im vergangenen Jahren wurde die Wanderstrecke im Canyon erst 15 Tage später geöffnet als üblich, weil der Fischfluss aufgrund später Regenfälle stark angeschwollen war. Im Jahr zuvor hatte man sogar Dutzende Wanderer retten müssen, die von einer plötzlichen Flut überrascht worden waren.

Links: Wikipedia, Allgemeine Zeitung

Geheimnis der Feenkreise in der Namibwüste gelüftet / Secret of the Fairy Circles in the Namib desert lifted

Feenkreis, Namib, Fairy Circle

Feenkreis in der Graslandschaft der Namib Desert Lodge (Gondwana Collection Namibia) südlich von Solitaire. Foto: Sven-Eric Kanzler

Bei den so genannten Feenkreisen in der Namib handelt es sich um Wasserspeicher einer Sand-Termite. (Was halten Sie davon? Abstimmung siehe unten). / The so called Fairy Circles in the Namib desert are water storages of a certain sand termite. Full story in English on the website of Gondwana Collection; please come back for our poll (see below).

Das habe der deutsche Biologe Professor Norbert Jürgens in einer Langzeit-Studie bei der Namib Desert Lodge südlich von Solitaire herausgefunden, teilte die Lodge-Gruppe Gondwana Collection Namibia Ende vergangener Woche mit. Die Termite Psammotermes allocerus schafft die kahlen Kreise in den Grasflächen am Ostrand der Namib, damit das wenige Regenwasser nicht von Gräsern verbraucht, sondern im Boden gespeichert wird. Selbst nach jahrelanger Trockenheit sorgt der Wasserspeicher noch für ein feuchtes Mikroklima in den Gängen der Termite. Außerdem können am Rande des Kreises mehrjährige Gräser gedeihen – im Gegensatz zu den überwiegend einjährigen Gräsern drumherum. Neu an der Theorie von Jürgens sind die Termiten-Art, ihr Nachweis in den Kreisen und die Erklärung des nachhaltigen Farmens in der Wüste.

Mehr dazu auf der Website der Gondwana Collection; zur Reaktion einiger Wissenschaftler ein (schlecht recherchierter Artikel) auf Spiegel Online.

Stimmungsbarometer: Überzeugt Sie die Theorie?

Südafrika machtlos gegen Nashorn-Wilderer

 

Rhino, Waterberg, Namibia

White rhino. Picture taken at Waterberg Wilderness in December 2008.

 

Der steigende Trend bei der Wilderei von Nashörnern in Südafrika ist ungebrochen. Laut Umweltministerium Südafrikas wurden ab Beginn des Jahres bis Mitte März (14. März) 158 Tiere getötet – im Schnitt mehr als zwei Nashörner pro Tag. Hochgerechnet auf das Jahr wären das 790 getötete Tiere – gegenüber 630 im vergangenen Jahr. Aus Namibia wurden in jüngster Vergangenheit noch keine Fälle von Nashorn-Wilderei gemeldet.

Mehr Nachrichten aus Namibia und der Region auf Hitradio Namibia.

 

“Tame” Tiger bites off Child’s Fingertip

And another one…

Read this story on Southern African Tourism Update.

Do we respect animals?

Lion cub with teen in Tshukudu (taken 2008). Source: USA Today

Lion cub with teen in Tshukudu Game Lodge. This photo has been taken 4 years before the latest incident. Source: USA Today

The Namibian reported on Wednesday 16 May 2012 about a ‘cuddly’ encounter between a woman and a lion cub. It happened at Tshukudu Game Lodge near Hoedspruit, South Africa. But there were similar if not worse, in fact lethal incidents in Namibia. With a similar reaction by the ones responsible. But read yourselves:

Lion cub bites tourist in the face in SA
JOHANNESBURG – A tourist from Singapore received 60 stitches after she was bitten in the face by a lion cub near Hoedspruit in South Africa, according to a report yesterday.
The animal narrowly missed an artery in her neck, Beeld reported.
Madelein Querk, 28, and her husband had been touring the country for two weeks, and would have returned home on Sunday.
They were among a group of tourists who visited the Tshukudu game lodge near Hoedspruit, where members of the group posed for pictures with the cubs.
Querk was apparently posing with a one-year-old cub when it bit her, leaving her with four deep cuts of between four and eight cm on the left side of her face, and lacerations on her left arm and leg, where the lion clawed her. Querk’s husband attempted to distract the lion by hitting it with his camera.
The injured woman was treated at the Nelspruit Mediclinic, and was scheduled to fly home tomorrow.
Tshukudu lodge manager Eric Gander said on Monday night that a decision would be taken about the lion cub’s future after an investigation into the incident. – Nampa-Sapa (Source: Namibian)

Please take note of the conclusion of the lodge manager. After an investigation there will be a decision about the cub’s future, not about the future of the management of the nature reserve.

This reminds me of the reaction of a well-known Namibian veterinarian who ‘hired out’ a ‘tame’ male leopard to a film team and was quoted in saying “we had to shoot the leopard” after ‘his’ tame male leopard started a deadly attack on a woman on the set.

Why do we (me included) like to regard wild animals as ‘friends’ or even pets? Why do we tend to ignore their true nature and even violate their comfort zone by cuddling them? Why do reports about culling seals or elephants trigger huge protest campaigns, whereas reports about wild animals being exploited (pimped?) to attract paying guests don’t?

Namibia spielt Bäumchen-Wechsel-Dich

(Published in Namibian & German Print Media in January 2003)

In den vergangenen Monaten haben viele deutschstämmige Namibier mehr telefoniert als sonst. Verwandte oder Freunde in Deutschland erkundigten sich immer wieder besorgt, wie es ihnen gehe und ob sie nun planten, die ehemalige deutsche Kolonie zu verlassen. Anlass waren Berichte in deutschen Zeitungen über Pläne der namibischen Regierung, die Bodenreform zu beschleunigen und nun auch damit zu beginnen, Farmen zu enteignen. Die “Welt” etwa titelte im Oktober: “Namibier wollen Deutsche verjagen”, und der “Spiegel” schrieb i November von einer “Vertreibung aus der Savanne”. Tenor: Den deutschen Farmern in Namibia drohe ein ähnliches Schicksal wie den Briten in Simbabwe.

Doch in Namibia sitzen weder Deutsche noch deutschstämmige Namibier scharenweise auf gepackten Koffern. Von Farmbesetzungen wie in Simbabwe keine Spur. Noch keine Enteignung in Sicht. Und Forderungen nach Konfiszierung werden von der Regierung nach wie vor ignoriert. Sind die Berichte also völlig aus der Luft gegriffen?

Das nicht. Aber Spiegel-Reporterin und Welt-Korrespondent wollen auch leben und müssen sich dem Diktat der Medienwelt beugen: Ein zuspitzender Bericht wird eher abgedruckt als eine nüchterne Analyse. Grund genug, diese Berichte zu hinterfragen: Ist die Bodenreform wirklich “verpatzt” und die Regierung “unfähig”, wie behauptet? Was heißt “verpatzt”? Wird kein Land umverteilt? Oder wird mit der Umverteilung nicht erreicht, was beabsichtigt wurde? Sucht die Regierung nun Sündenböcke oder versucht sie, nachzubessern – wie jede Regierung, deren Maßnahmen nicht richtig greifen?

Schon die fünfte Bodenreform

Aber vor allem: Warum überhaupt eine Bodenreform? Dafür ist ein kurzer Ausflug in die Geschichte nötig, bei dem man feststellt: Die Swapo-Regierung (South West African Peoples Organisation) ist nicht die erste Instanz, die hier eine Bodenreform durchführt. Im 18. bzw. 19. Jahrhundert ziehen Herero von Norden und Nama von Süden in das Gebiet und vertreiben die San (Buschleute). Ende des 19. Jahrhunderts verkaufen Herero und Nama europäischen Siedlern einen Teil des Landes oder “bezahlen” damit Gewehre und andere Waren weißer Händler; das deutsche Kaiserreich konfisziert das Land nach den Kriegen gegen diese Volksgruppen 1904 bis 1907 in großem Stile und verkauft es zu günstigen Bedingungen an deutsche Siedler. 1919, nach dem I. Weltkrieg, weist die Besatzungsmacht Südafrika viele deutsche Farmer aus und lockt südafrikanische Siedler in das Mandatsgebiet. Und in den Sechziger Jahren enteignet die südafrikanische Verwaltung im Rahmen des so genannten Odendaal-Planes weiße Farmen, legt sie zu Reservaten wie Herero-, Damara- oder Namaland zusammen und weist sie den entsprechenden Völkern zu – ähnlich den “Homelands”, die Südafrika im Zuge der Apartheid im eigenen Land bildet. In den Städten entstehen ethnisch getrennte Vororte. Begleitet wird die Landpolitik von einer bevorzugten Entwicklung der “weißen” Gebiete und Ortsteile.

Die nördlichen Gebiete Namibias dagegen werden von den Umverteilungen verschont und bleiben in der Hand der dort lebenden Völker wie Ovambo oder Kavango. Sie liegen an fließenden Gewässern und sind überwiegend von höherer Qualität als das von Europäern besiedelte Gebiet, wo es kaum Oberflächenwasser gibt und weniger Regen fällt. So eignet sich der größte Teil des “weißen” Landes nicht für Ackerbau, sondern nur für Rinderhaltung oder Kleinviehzucht – ein wesentlicher Unterschied übrigens zu Simbabwe.

Dennoch: Als Namibia 1990 unabhängig wird, ist es geprägt von ungleich entwickelten Gebieten und großen Einkommensunterschieden; die Kluft ist weit größer als die zwischen den alten und den neuen Bundesländern Deutschlands. Die Landverteilung in Zahlen: Etwa 4.500 kommerzielle Farmer besitzen rund 33 Mio. ha Nutzfläche, während rund 150.000 Haushalte sich weitere 33 Mio. ha kommunalen Landes teilen.

Mit Umverteilung Unrecht beseitigen?

Vor diesem Hintergrund zeichnen sich mögliche Motive und Ziele einer Bodenreform in Namibia ab:
– begangenes Unrecht wieder gutmachen
– die Kluft zwischen Arm und Reich vermindern
– die kommunalen Gebiete entlasten.

Das historische Unrecht führen sowohl Swapo-Politiker als auch Vertreter der Herero gerne ins Feld – die einen, um als Sprachrohr der Ovambo die Umverteilung zu rechtfertigen, die anderen, um die Rückgabe ihres Landes zu fordern, das von der deutschen Kolonialmacht konfisziert wurde. Doch erweist es sich in beiden Fällen als wenig stichhaltig: Denn den Ovambo ist in der Kolonialzeit kein Quadratmeter ihres Landes genommen worden, und die Herero bleiben eine überzeugende Antwort auf die Frage schuldig, warum man denn nicht einen Schritt weitergeht und das ganze Land den San zurückgibt.

Überzeugender ist das zweite Motiv, mit der Bodenreform die ererbte Ungleichheit zu vermindern und damit den sozialen Frieden zu sichern. Allerdings stellt sich die Frage, ob eine Umverteilung des Farmlandes ein geeignetes Mittel ist. Das dritte Ziel genießt aus Sicht der Swapo-Regierung oberste Priorität, hängt es doch untrennbar mit ihrem Eigeninteresse zusammen. Im Norden Namibias lebt das Volk der Ovambo, das mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellt und zur Zwei-Drittel-Mehrheit der Swapo im Parlament maßgeblich beiträgt. Da die zu bewirtschaftende Fläche dort besonders knapp ist, muss die Regierung neues Land in Aussicht stellen, will sie an der Macht bleiben.

Soweit die rationalen Motive. Viel wichtiger erscheint jedoch ein emotionaler Beweggrund, den der Swapo-Politiker und Minister Ben Amathila so formuliert: “Solange das Land bei der weißen Volksgruppe bleibt, haben wir das Gefühl, dass wir nicht unabhängig sind.” Schwarze Politiker der oppositionellen DTA (Democratic Turnhallen Alliance) stimmen ihm zu. So verabschiedet das Parlament 1995 ein Gesetz zur Bodenreform, das auf die Umverteilung weißen Farmlandes an landlose schwarze Kleinfarmer zielt…

Wilde Pferde zwischen Neid und Mitleid

von Sven-Eric Kanzler; Recherche: Mannfred Goldbeck & Telané Greyling

Erbarmungslos brennt die Sonne auf das öde Land. Felsen, Geröll, Sand. Hier und da ein vertrockneter Strauch oder ein gelbes Grasbüschel. Die Hitze füllt die ausholenden Senken mit flüssiger Luft. In der flirrenden Fläche schwimmen Schatten, nehmen allmählich Konturen an. Ein Hengst mit Stute und Fohlen. Mühsam setzen die Tiere Huf vor Huf. Weit ist der Weg zwischen Weide und Wasserstelle. Mit jedem Tag ohne Regen wird er weiter, wird das Gras spärlicher. Es muss schon lange her sein, seit es das letzte Mal geregnet hat: Scharf zeichnen sich die Rippen der Pferde unter dem Fell ab.

Die Wilden Pferde, die im Südwesten Namibias am Rande der Namib Wüste leben, führen ein hartes Leben. Im Schnitt fallen knapp 100 mm Regen pro Jahr – gerade genug für Sukkulenten, dornige Sträucher und Gräser. Normalerweise finden die Pferde genug Weide. Aber ab und zu gibt es Dürrejahre. Dann wird die Nahrung knapp und schwächere Tiere sterben. Wie 1991/92 oder 1998/99. In beiden Fällen sorgt das Leiden der Pferde für Schlagzeilen und Hilfsaktionen. Großmütter plündern ihren Sparstrumpf, Mädchen schlachten ihr Sparschwein, damit die Pferde gefüttert oder gefangen und auf Farmen gebracht werden können. Gespendet wird mit einer Bereitschaft, von der manche Hilfsorganisation für notleidende Menschen nur träumen kann.

Warum berührt das Schicksal der Wilden Pferde den Menschen aus tiefstem Herzen? Was fasziniert uns an diesen Pferden?

Geheimnisumwitterte Herkunft

Ein Grund liegt sicherlich im Geheimnis um ihre Herkunft. Im Südlichen Afrika hat es ursprünglich zwar Zebras und (die vom Menschen ausgerotteten) Quaggas, aber keine Pferde gegeben. Sie wurden von Europäern importiert: Ab dem 17. Jahrhundert von Holländern und Briten, die Südafrika vom Kap aus besiedelten; gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch von Deutschen, die sich im Gebiet des heutigen Namibia niederließen. Bei den Wilden Pferden der Namib handelt es sich also um Nachkommen domestizierter Pferde, die ähnlich wie die Mustangs Nordamerikas verwildert sind. Sie leben seit Jahrzehnten in der Nähe die Wasserstelle bei Garub etwa 20 km westlich von Aus, die sie mangels anderen Oberflächenwassers regelmäßig aufsuchen müssen. Die Tränke ist ein Überbleibsel einer Pumpstation für die Dampfloks der nahe gelegenen Eisenbahnlinie und wurde später extra für sie eingerichtet und erhalten.

Wie aber haben sich domestizierte Pferde in diese Gegend verirrt? Und wie kam es, dass sie verwilderten? Bis heute gab es viele Spekulationen, aber keine wirklich befriedigenden Antworten. Vielleicht auch deshalb, weil das Ungeklärte, Geheimnisvolle reizvoller ist als die nüchterne Wahrheit. Wer das Geheimnis lüftet, mag als Spielverderber gelten. Dennoch soll den Spekulationen an dieser Stelle ein Ende gesetzt werden.

Einer häufig gehörten und gelesenen Erklärung zufolge ist ein Frachter mit Pferden und anderen Nutztieren an der Skelettküste gestrandet; danach habe man die Tiere am Strand herum laufen sehen. Allerdings hat sich die Havarie Ende des 19. Jahrhunderts etwa 25 km südlich der Oranjemündung zugetragen, also rund 200 km von Garub entfernt. Dass die Pferde den Oranje überquert und dann durch den Wüstengürtel gezogen sein sollen, will nicht recht überzeugen.

Mythos von Duwisib

Eine weitere Spekulation verbindet die Herkunft der Wilden Pferde mit dem Schicksal des exzentrischen Barons Hansheinrich von Wolf: Anfang des 20. Jahrhunderts hat von Wolf etwa 250 km nordöstlich von Garub auf seiner Farm Duwisib Pferde für die deutsche Schutztruppe gezüchtet (heute ist Schloss Duwisib eine Touristenattraktion). Nach seinem Tod während des Ersten Weltkrieges in Europa sollen viele Pferde auf Duwisib frei gelassen oder entlaufen sein. Doch die Farm war keineswegs herrenlos, sondern lag in den Händen eines Farmverwalters. Und den Büchern zufolge sind bis Ende der Dreißiger Jahre keine Pferde verloren gegangen, während bereits in den Zwanziger Jahren über die Wilden Pferde bei Garub berichtet wird.

Gegen beide Erklärungsversuche spricht zudem, dass Pferde in der Regel nicht umherziehen, sondern in dem Gebiet bleiben, das sie kennen. Das legt den Schluss nahe, dass die Wilden Pferde von Tieren abstammen, die in der Nähe von Garub und Aus verloren gingen. Wer könnte hier Pferde verloren haben? Durch dieses Gebiet sind Gruppen des Nama-Volkes gezogen, europäische Händler, Missionare, Transportfahrer, Prospektoren, deutsche Farmer und Soldaten der Schutztruppe. Allerdings können einzelne entlaufene Pferde kaum den Grundstock zu der heute bestehenden Herde gelegt haben. Zahl der Pferde und Vielfalt der Merkmale lassen vielmehr auf eine größere Ursprungsgruppe schließen.

Die deutsche Schutztruppe, so ein weiterer Erklärungsversuch, habe während des Ersten Weltkriegs auf ihrem Rückzug vor den südafrikanischen Truppen Pferde zurückgelassen. In deutschen Militärberichten aus jener Zeit ist allerdings von einem weitgehend geordneten Rückzug die Rede.

Jedoch findet sich in diesen Berichten ein Hinweis auf die tatsächliche Herkunft der Wilden Pferde: Im März 1915 hatten 10.000 südafrikanische Soldaten mit 6.000 Pferden bei Garub ihr Lager aufgeschlagen…

Spaziergang in ein Leben mit der Natur

Aufmerksam umher schauend, gehen wir auf staubigem Pfad durch den trockenen Busch. Plötzlich bückt sich einer unserer Führer, kniet sich hin und beginnt mit seinem Grabstock die Erde aufzuwerfen. Neugierig bleiben wir stehen. Zu sehen ist nichts als ein armseliger, vertrockneter Pflanzenstrunk. Doch schon Sekunden später reicht man uns ein Stück von einer Wurzel und bedeutet uns, darauf zu kauen. Misstrauisch riechen wir erst einmal daran und knabbern dann vorsichtig ein Stück ab… Hmm! Schmeckt leicht nach Nuss, ist feucht und erfrischend.

Auf einem Spaziergang den Busch der Kalahari im Osten Namibias zu erkunden, ist ein eindrucksvolles Erlebnis – vor allem in Gesellschaft einiger Naro San (Buschleute), die einem das Leben mit und in der Natur näher bringen. Die Zelda Gästefarm, fast 300 km östlich von Windhoek an der Straße nach Botswana gelegen, bietet so genannte ‘Bushman Walks’ an. Die als Führer agierenden San leben in einem traditionellen Dorf auf der Farm und verdienen sich mit den etwa 60-minütigen Touren etwas Geld. Zugleich gewinnt das Wissen ihrer Vorfahren um die Geheimnisse der Natur auf neue Weise an Wert und wird so vor dem schleichenden Vergessen bewahrt.

Kortman Saubek, das Oberhaupt des kleinen Dorfes, sowie zwei junge Männer und zwei Frauen lehren uns auf dem ‘Bushman Walk’ das Einmaleins des Busches. Da wir die mit Schnalzlauten durchsetzte Sprache nicht verstehen, begleitet uns Gästefarm-Managerin Bianca van Niekerk. “Dies ist die Spur und die Losung eines Steinböckchens”, übersetzt sie. Eine der Frauen gräbt ein Straußenei aus, das als Wasserbehälter dient. Die Öffnung durch quellendes Gras versiegelt und im Boden deponiert, hält es das Wasser über Monate oder gar Jahre frisch. Hier eine Wurzel, deren Saft Leder geschmeidig macht, dort eine Knolle mit wohlriechender Flüssigkeit, die die Männer auftragen, wenn sie eine Frau erobern wollen – der Busch als Supermarkt. Am Ende der Zeit mit erhöhter Regenwahrscheinlichkeit, also März/April, ist der Spaziergang noch eindrucksvoller, weil dann viele Beeren und Schoten zu finden sind, nicht zu vergessen die Tsamma, eine melonenartige Frucht, die in der Kalahari wächst…

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Bush Telegraph? Namibia?

Sven-Eric Kanzler, Bush Telegraph Namibia


Sven-Eric Kanzler, Bush Telegraph Namibia (January 2012)

Bush Telegraph Namibia is an editorial office, based in Windhoek, Namibia (north of South Africa).

We offer services of consultancy in PR, including online strategies, website planning and social media marketing/PR. In addition we research and compile articles for print media and content for websites.

Founded in March 2001, we have experience, knowledge and contacts concerning all Namibia related topics. Our core competence are topics in tourism, nature, history and culture of Namibia.